Digitale Spaltung

Warum helfen?

Weil wir Geringverdiener und Bedürftige, die am stärksten unter der digitalen Spaltung leiden, nicht alleine lassen wollen! Die digitale Spaltung in Deutschland muss gestoppt werden, denn:  „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ (Erich Kästner)

Der Zugang zu Computer und Internet ist – stark abhängig von sozialen Faktoren – ungleich verteilt. Dabei hängt der Zugang zu diesen Technologien mit besseren sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungschancen zusammen. Diese Kluft nennt sich „Digitale Spaltung“ – und aktives Handeln gegen digitale Spaltung bedeutet damit auch aktives Handeln für mehr Chancengleichheit in unserer Gesellschaft.

Warum Digital Helpers?

Wir Digital Helpers sind „Digital Natives“ und haben verschiedenste Medienkompetenzen von klein auf gelernt. Deshalb fühlen wir uns verantwortlich, diese Kompetenzen weiterzugeben an Menschen, die diese bislang nicht erwerben konnten. Um diese Kompetenzen zu erwerben, braucht es allerdings überhaupt erst einen Computer! Menschen ohne Zugang zu Computer und Internet verlieren lang- oder auch bereits mittelfristig den Anschluss; insbesondere Geringverdiener und Nicht-Erwerbstätige sind hiervon betroffen. Deshalb setzen wir Digital Helpers uns dafür ein, dass jeder Bürger in Deutschland Zugang zu Computer und Internet hat – damit sich neue Chancen im Berufsleben eröffnen können und der Alltag auf viele Weise vereinfacht wird.

Was ist digitale Spaltung?

​Der Begriff „Digitale Spaltung“ oder auch „Digitale Kluft“ beschreibt das Problem, dass der Zugang zu Computern und zum Internet ungleich verteilt und stark von sozialen Faktoren abhängig ist. Studien zeigen, dass Menschen mit dem Zugang zu diesen Technologien bessere soziale und wirtschaftliche Entwicklungschancen haben. Das bedeutet, dass der Kampf gegen die Digitale Spaltung auch ein Kampf für mehr Chancengleichheit in unserer Gesellschaft ist.

Warum digitale Technologien?

​Der Zugang zu modernen Informations- und Kommunikationsmitteln ist heute von höchster Wichtigkeit. Dank des Internets befinden wir uns auf dem Weg in eine moderne Wissensgesellschaft. Allerdings führt dies auch dazu, dass Menschen ohne Zugang zu Computern und dem Internet auf der Strecke bleiben. Wir kämpfen dafür, dass jeder Bürger in Deutschland Zugang zu einem Computer und dem Internet hat und wollen so eine digitale Spaltung verhindern.

Was passiert in Deutschland?

​In Deutschland ist die Digitale Spaltung präsenter als viele wahrnehmen: In Deutschland gibt es etwa 40 Mio. Haushalte – in 19% von diesen ist kein Computer vorhanden. 16% der Deutschen hat 2012 kein einziges Mal einen benutzt (Daten Stat. Bundesamt 2012). Bewusster Verzicht? Nur selten. Eine Studie des Stat. Bundesamts (2013) zeigt, dass 10 Mio. Deutsche bezüglich des Themenbereichs Computer in die Kategorie „Gar keine Kenntnisse“ bzw. als „Anfänger ohne Vorkenntnisse“ einzustufen sind. Lediglich etwa 25 Mio. befinden sich auf dem Niveau von „Fortgeschrittene“ bis „Profis“ – bei 80 Mio. Bundesbürgern entspricht dies statistisch gesehen nicht einmal jedem dritten! Dies ist verheerend sowohl für den Technologiestandort Deutschland als auch, bezüglich der eigenen Berufschancen und Alltagsbewältigung, für jeden Einzelnen. Die Studie „Die digitale Gesellschaft“ der Initiative D21 weist auf, dass vor allem Menschen mit höherem Bildungsabschluss das Internet nutzen. Die digitale Spaltung wird bei der Analyse der sogenannten „digitalen Außenseiter“ umso deutlicher. Diese Gruppe zeichnet sich durch ein hohes Durchschnittsalter (62,5 Jahre), geringe formale Bildung, ein unterdurchschnittliches Haushaltseinkommen und hohe Arbeitslosigkeit (73%) aus. Es besteht zudem bereits ein Zusammenhang zwischen Computernutzung und Typus der besuchten Schule: So nutzten 2011 nur 67% der Hauptschulabsolventen einen Computer; verglichen dazu lag die Quote der Computernutzung unter Abiturienten bei 93% (Daten Stat. Bundesamt). Laut der Studie „(N)onliner Atlas“ der Initiative D21 verweigert sich zudem jeder vierte in Deutschland dem Internet. Dabei haben die „Offliner“ immer mehr das Nachsehen: Ob die Bewerbung um einen Studienplatz, Rabatte bei Onlinekäufen oder auch aktuelle Informationen über das Weltgeschehen – ohne Internet geht es nicht. Bei einigen Telefongesellschaften kostet das Versenden von Papierrechnungen inzwischen Geld. Es gibt viele weitere Beispiele; Fakt ist: Offliner haben das Nachsehen. Einer der zentralen Aspekte der digitalen Spaltung in Industrieländern wie Deutschland ist die technische Verfügbarkeit von Breitband-Internetzugängen. Für die flächendeckende Einführung gibt es bereits eine Initiative der Bundesregierung.
 Allerdings nützt ein Internetanschluss wenig, wenn das entsprechende Endgerät aufgrund fehlender finanzieller Ressourcen fehlt. Wir setzen mit der digitalen Integration an diesem Ende der Verbindung an und streben an, die Benachteiligung aufgrund von Bildungsgrad, Alter oder sozialem Umfeld zu verringern.

Was wollen wir dagegen tun?

​Wir glauben fest daran, dass jedem Menschen der gleiche Zugang zu Wissen und Bildung zusteht. Um die Chancengleichheit und die Durchlässigkeit in unserer Gesellschaft zu fördern, haben wir beschlossen, mit unserer Initiative den Menschen zu helfen, die am meisten unter der digitalen Spaltung leiden. Wir wollen bedürftigen Menschen den Zugang zu Computern ermöglichen, hoffen, ihnen damit im Alltag zu helfen und zusätzlich bessere Chancen für das Berufsleben zu geben.

Was wird dagegen bereits gemacht?

​Es gibt bereits einige Initiativen weltweit, die versuchen, dem Problem digitaler Spaltung entgegenzuwirken. Projekte wie „One Laptop per Child“ arbeiten infrastrukturell daran, den Zugang zur digitalen Welt für Schüler in Entwicklungsländern bereitzustellen. Die Open-Source Community leistet mit freier Software ebenfalls einen großen Beitrag. Auch die kostenfreie Bereitstellung von gebrauchten Computern wird bereits betrieben, zielt aber in der Regel auf Entwicklungsländer ab, z.B. Linux4 Africa. Jedoch gibt es auch eine Initiative, die in Deutschland wirkt: PC-for-Kids unterstützt Schulen mit gebrauchten EDV-Geräten, die von Unternehmen gespendet werden. Auf der Ebene direkter und praktischer Hilfe gibt es ebenfalls bereits Gruppierungen wie z.B. den Humanistischen Verband Deutschland, der mit dem Senioren-Internetcafe Weltenbummler Senioren in mehrmals wöchentlichen Kursen kostenlos und ehrenamtlich den Einstieg in das Internet zeigt und aufkommende Fragen dazu beantwortet. Agnes e.V. bietet in Kooperation mit den Arbeitsagenturen Schulungen und Hilfe bei Onlinefragen im Bereich der Bewerbung für Arbeitslose an. In Österreich gibt es die Initiative A1 Internet für alle, die benachteiligte Menschen im Umgang mit dem Internet schult und Kompetenzen für die neuen Technologien stärkt. Andere Unternehmen stellen bewusst Menschen mit sozial schwachem Hintergrund zur Erstellung ihres Online-Unternehmensservices ein und hilft ihnen so, Computerkenntnisse und ein festes Einkommen zu bekommen. ​ Gerade Geringverdiener und Bedürftige müssen individuell an die neuen Informations- und Kommunikationslösungen herangeführt werden, um die digitale Spaltung in Deutschland zu verhindern.

Screen Shot 2014-09-10 at 13.53.26

nach oben